Die Energiekrise hat das Parlament beflügelt. Mit dem Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion soll nun rassig vorwärtsgemacht werden. Nicht nur bei alpinen Solaranlagen, sondern auch beim Eigenverbrauch herrscht fast schon Goldgräberstimmung. Was dabei meist unter den Tisch fällt: Dafür braucht es das Stromnetz als Basis.
Das Netz muss so ausgelegt werden, dass es die maximale Belastung abdecken kann – auch wenn diese nur an wenigen Stunden im Jahr auftritt. Dezentrale Photovoltaik und Elektromobilität werden zu einer starken Zunahme solcher Lastspitzen führen. Um den Investitionsbedarf in den Netzausbau zu verringern, wäre es daher sinnvoll, Anreize für eine möglichst geringe Netzbelastung zu setzen. Doch dem steht das enge Regulierungskorsett aus dem letzten Jahrtausend entgegen. Unglaublich: Das Setzen von wirksamen Anreizen für eine möglichst sparsame und intelligente Nutzung des Netzes ist nicht erlaubt, für innovative Ansätze und die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Netzbetreibern und Netznutzern besteht kaum Spielraum. Die Folge? Das Netz wird seine Rolle als Enabler der Energiewende nicht spielen können – oder nur zu horrenden Kosten für einen teilweise vermeidbaren Netzausbau.