Mit der Annahme des Klima- und Innovationsgesetzes durch das Schweizer Stimmvolk am 18. Juni 2023 hat sich die Schweiz verpflichtet, die CO₂-Emissionen bis 2050 auf netto null zu senken. Dieses Ziel gibt die Richtung für die nationale Energie- und Klimapolitik vor. Der VSE unterstützt diese Ambition aktiv, indem er verlässliche Daten und praxisnahe Instrumente zur Verfügung stellt, um Schweizer Unternehmen auf dem Weg zur Dekarbonisierung zu begleiten.
Der VSE berechnet neu den CO₂-Gehalt des Stroms in der Schweiz und liefert damit eine aktuelle, transparente und verlässliche Datengrundlage für die Branche – insbesondere für die Klimaberichterstattung. Dadurch kann der CO₂-Gehalt kontinuierlich überwacht, die Entwicklung der vergangenen Jahre nachvollzogen und fundierte Prognosen für die Zukunft erstellt werden. Dieses Angebot ergänzt die offiziellen Emissionsdaten des Bundes, die in der Regel nur alle drei bis vier Jahre aktualisiert werden.
So wird der CO₂-Gehalt des Stroms berechnet
Der VSE berechnet den CO₂-Gehalt des Stroms, der in der Schweiz tatsächlich konsumiert wird – also den sogenannten «Strom ab Steckdose». Dieser Wert stellt eine zentrale Grundlage für die Klimaberichterstattung von Unternehmen und Behörden dar.
Die Berechnung stützt sich auf öffentlich zugängliche, stündliche Daten zur inländischen Stromproduktion und berücksichtigt zusätzlich den kommerziellen Stromhandel (Importe und Exporte). So lässt sich der CO₂-Gehalt des tatsächlichen Verbrauchsmixes realitätsnah bestimmen. Dabei werden sowohl direkte Emissionen (Scope 1) als auch vorgelagerte Emissionen aus der Stromproduktion (Scope 3) einbezogen.
Der CO₂-Gehalt des Stroms ab Steckdose wird wesentlich durch die Menge und Zusammensetzung des importierten Stroms aus den Nachbarländern beeinflusst. Die inländische Stromproduktion verursacht im Vergleich dazu deutlich weniger CO₂-Emissionen – vor allem dank des hohen Anteils an Wasserkraft und Kernenergie sowie dem zunehmenden Ausbau der Photovoltaik.