Das Jahr 2022 war geprägt durch eine Jahrhundert-Trockenheit. Vielerorts war es das niederschlagsärmste, wärmste und gleichzeitig auch das sonnigste Jahr seit Messbeginn (1864). Dies führte dazu, dass die Stromproduktion aus Wasserkraft und die damit verbundene Ausstellung von Herkunftsnachweisen (HKN) im Jahr 2022 aussergewöhnlich tief ausfiel. Neben der Trockenheit spielte zudem die Energiekrise eine relevante Rolle (Konstitution der Wasserkraftreserve und freiwilliges Zurückhalten von Wassermengen für den Winter 2022/2023 zu Lasten der Wasserkraftsproduktion im Jahr 2022).
Hinzu kommt eine seit 2018 kontinuierlich steigende Nachfrage in der Schweiz nach Herkunftsnachweisen aus Schweizer Wasserkraft durch Marktkunden und Kundinnen und Kunden in der Grundversorgung. Während in den Jahren 2018-2021 jeweils noch ein Überschuss an Herkunftsnachweisen aus Schweizer Wasserkraft von +5.5 bis +9.5 TWh bestand, ist für 2022 ein deutliches Defizit zu erwarten. Die Fehlmenge dürfte rund -4 bis -6 TWh bzw. 13-18% betragen (Meldefrist für Dezember noch nicht abgelaufen).