Energie und Klima sind untrennbar miteinander verknüpft. Unser Energieverbrauch – vorderhand noch mehrheitlich basierend auf fossilen Energien – ist einer der stärksten Treiber des Klimawandels. Über unsere Ziele in der Klimapolitik steuern wir somit den Handlungsbedarf und die Marschrichtung in der Energiepolitik.
Die EU hat Ende April 2023 mit ihrem grossen Klimapaket «Fit for 55» vorgelegt. Sie wird beim Umbau der Energieversorgung weiterhin mit der grossen Kelle anrühren. In der Schweiz wurde mit der Energiestrategie 2050 an der Urne 2017 vorgespurt. Doch nun gilt es zu justieren und vor allem auch nachzulegen. Die VSE-Studie «Energiezukunft 2050» zeigt ganz klar: Der Umbau des Energiesystems reduziert die Importabhängigkeit bei der Energie um den Faktor 4 bis 6. Das umgebaute Energiesystem ist insgesamt effizienter. Dadurch ist es sogar günstiger als der Status quo. Positiver Nebeneffekt: Beschreitet die Schweiz zielstrebig weiter diesen Weg, dürfte sich auch die mit der Verknüpfung der Emissionshandelssysteme erfolgreich etablierte Zusammenarbeit mit der EU beim Klimaschutz weiterführen lassen. Andernfalls besteht ein latentes Risiko, dass sich die Schweiz mangels vergleichbarer Ambitionen mit neuen Handelsschranken konfrontiert sieht, welche die EU mit ihrem neuen CO2-Grenzausgleichssystem gegenüber Drittstaaten zur Vermeidung des sog. Carbon Leakage aufzieht.