Zentrale Datenplattform: das Stromgesetz stellt die Weichen
Am 9. Juni hat die Schweizer Stimmbevölkerung Ja gesagt zum neuen Stromgesetz. Damit ist nun klar, dass Mess- und Stammdaten der Schweizer Netzbetreiber zukünftig über eine zentrale Datenplattform ausgetauscht werden. Ziel ist es, die Abwicklung von Lieferantenwechseln, die Abrechnung der Netz-, Elektrizitäts- und Messkosten, die Erfassung der Elektrizität mittels Herkunftsnachweisen sowie Prognosen im Rahmen des Bilanzgruppenmanagements zu vereinfachen.
Zusammen mit Branchenarbeitsgruppen definiert der VSE die Richtlinien für eine zentralisierte Prozessautomatisierung des Datenaustauschs über die Plattform. Diese sollen bis Ende Jahr verabschiedet und anschliessend in den notwendigen Branchendokumenten verankert werden.
Ausschreibung für Betreiber
Den Betreiber der Datenplattform bestimmt das UVEK voraussichtlich im Herbst 2025. Der VSE unterstützt die Branche dabei, sich in diesem Zusammenhang als verlässliche Partner für die Digitalisierung zu positionieren. Er koordiniert die Erstellung eines Branchenangebots zuhanden des UVEK mit Swisseldex als designiertem Plattformbetreiber. Während Swisseldex für den Aufbau eines Aktionariats aus der Strombranche sowie für die technische und organisatorische Konzipierung des Angebots bis Ende 2024 verantwortlich ist, stellt der VSE sicher, dass die Branche einbezogen und informiert wird. Dank dieser gesamtheitlichen Koordination können Abhängigkeiten frühzeitig erkannt sowie Chancen und Risiken angemessen berücksichtigt werden.
Standardisiertes Datenmodell: ein Schritt zur verbesserten Zusammenarbeit
Für einen effizienten Datenaustausch und eine gute Zusammenarbeit innerhalb der Branche sind eine hohe Datenqualität und standardisierte Datenflüsse unabdingbar. Der VSE hat deshalb die Erarbeitung eines neuen, standardisierten Datenmodells initiiert. Dieses findet in zahlreichen Use Cases Anwendung, die einen hohen Datenbedarf auslösen und es nötig machen, Daten mit Netzbetreibern, Behörden oder Dienstleistern auszutauschen. So können beispielsweise der Netzbetrieb effizient gesteuert und Störungen minimiert, die Netzplanung optimiert und das Kundenmanagement verbessert werden. Das standardisierte Datenmodell wird als Grundlage für die zentrale Datenplattform dienen.