Erfahrungen in liberalisierten Strommärkten zeigen, dass neben dem Preis vor allem die Qualität der elektrischen Energieversorgung für die Kunden an Bedeutung gewinnt. Während für die Energielieferung die Erzeuger und Stromhändler verantwortlich sind, liegt die Verantwortung für die Versorgungsqualität sowie die Messung der Spannungsqualität grundsätzlich beim Netzbetreiber. Ein wesentliches Merkmal ist dabei neben der Versorgungsverfügbarkeit die vom Netzbetreiber bereitgestellte Spannungsqualität am Anschlusspunkt. Diese Qualität wird insbesondere durch den Anschluss von Verbrauchern und Erzeugern an das Verteilnetz bestimmt. Mittelfristig wird der Druck von Seiten der Regulierungsbehörde steigen, die Qualität der Spannung in den Versorgungsnetzen zu deklarieren. In umliegenden Ländern sind solche Bestrebungen bereits am Laufen, zum Teil sogar gesetzlich verankert, wie beispielsweise in Österreich.
Die ElCom hat das Thema Spannungsqualität zusammen mit dem VSE und einzelnen Netzbetreibern genauer untersucht. Sie ist zum Schluss gekommen, dass das vom VSE zur Verfügung gestellte Messprogramm alle erforderlichen Voraussetzungen erfüllt, um die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen. Die ElCom empfiehlt den Netzbetreibern die Teilnahme am VSE-Programm «NeQual» zur Messung der Spannungsqualität.