Heute ist die Schweiz eng in die europäische Energieinfrastruktur eingebettet. Sie ist mit dem «Stern von Laufenburg» die Wiege des Stromverbundnetzes und an über 40 Punkten mit dem angrenzenden Ausland verknüpft. Auch beim Gas erscheint die Schweiz prominent auf der europäischen Energiekarte, denn mit der Transitgasleitung führt eine Nord-Süd-Hauptschlagader mitten durch unser Land.
Doch diese Symbiose bekommt zusehends bedrohliche politische Risse. Ohne stabile Grundlage für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit wird die Schweiz immer mehr von europäischen Plattformen abgeschottet. Dies könnte sich auch in der Infrastrukturentwicklung niederschlagen. Dann nämlich, wenn in der EU Tendenzen Überhand gewinnen, die die Rechnung beim Kraftakt der defossilisierten Energieversorgung lieber ohne die widerspenstigen und unberechenbaren Eidgenossen machen wollen, und der Aufbau des künftigen Energieleitungsnetzes kurzerhand um die Schweiz herum vollzogen wird.