Aktuell im Bundeshaus

Als Dachverband der Strombranche vertritt der VSE die Interessen seiner Mitglieder unter anderem gegenüber der Politik. Auf dieser Seite zeigt der Verband, was aktuell in der Energiepolitik zu Reden gibt und für die Branche relevant ist.

Sommersession 2026


Netzexpress – Elektrizitätsgesetz (Beschleunigung beim Aus- und Umbau der Stromnetze)

Der VSE begrüsst die Vorlage zur Beschleunigung des Aus- und Umbaus der Stromnetze. Er befürwortet insbesondere:

  • Die Möglichkeit, dass Transformatorenstationen in klar definierten Fällen auch ausserhalb der Bauzone als standortgebunden gelten und auch Anlagen innerhalb der Bauzone erschliessen können. Das ist nötig, um den Anschluss neuer Anlagen (bspw. PV-Anlagen) sowie grosser bzw. neuer Verbraucher in dicht besiedelten Gebieten zu gewährleisten.
  • Die Möglichkeit, unter bestimmten Bedingungen Stromspeicher ausserhalb von Bauzonen errichten zu können.
  • Die Zuerkennung des nationalen Interesses für wichtige Projekte im Verteilnetz. 
  • Die Verankerung des Freileitungsgrundsatzes: Neue Höchstspannungsleitungen (Netzebene 1) sollen im Grundsatz als Freileitungen geplant werden. Erdverkabelungen sollen die Ausnahme bleiben. Dies trägt zu beschleunigten Verfahren, zur Versorgungssicherheit und zur Kosteneffizienz bei. 
  • Erleichterter Leitungsersatz für bestehende Leitungen der Netzebene 1 und 3: Diese können auf ihrem bisherigen Trassee einfacher erneuert oder saniert werden, ohne aufwändiges Sachplanverfahren. 
  • Vereinfachte Bewilligung unbestrittener Anlagen im Verteilnetz: Auch diese sollen einfacher und schneller bewilligt werden können.
  • Keine Einschränkung des nationalen Interesses in BLN-Gebieten: Der VSE empfiehlt, das nationale Interesse für Hoch- und Höchstspannungsleitungen im BLN-Gebiete nicht einzuschränken. Sehr viele dieser Leitungen führen durch solche Gebiete. Eine Einschränkung würde Projekte empfindlich verzögern.
  • Auch beim Ersatz von bestehenden Leitungen sollte der Gesetzgeber den bestehenden Handlungsspielraum nicht zugunsten von Schutzinteressen zusätzlich einschränken.

Blackout-Initiative und indirekter Gegenvorschlag

Die Energiekommission des Nationalrats beugte sich im vergangenen Quartal über die Volksinitiative «Blackout stoppen» und den indirekten Gegenvorschlag. Sie folgt dem Ständerat und empfiehlt die Volksinitiative zur Ablehnung und den indirekten Gegenvorschlag zur Annahme. Der Gegenvorschlag hebt das Technologieverbot im Kernenergiegesetz auf und schafft damit mehr Handlungsspielraum für eine technologieoffene Stromversorgung. 

Der VSE begrüsst diesen Entscheid. Die Schweiz braucht kurz-, mittel- und langfristig mehr klimafreundlichen Strom, um die Versorgungssicherheit und die Klimaziele zu erreichen.

Bereits heute zeichnet sich ab, dass die Schweiz für die Sicherstellung ihrer Stromversorgung auf den Langzeitbetrieb der heute bestehenden Kernkraftwerke angewiesen sein wird. Das zeigt auch der im Januar lancierte VSE-Stromversorgungsindex. Der Langzeitbetrieb ist voraussichtlich die günstigste Variante, um dringend benötigte Winterenergie zur Verfügung zu stellen. Diese Offenheit erleichtert den Betreibern bestehender Kernkraftwerke, die notwendigen Fachkräfte für deren sicheren und möglichst langen Betrieb zu finden und zu halten.

So bleiben langfristig alle Optionen für eine sichere, klimaneutrale und bezahlbare Stromversorgung offen – das schliesst auch mögliche Innovationen im Bereich der Kernkraft ein. Das ist ein wichtiger Schritt hin zu einer höheren Versorgungssicherheit in der Schweiz. Gleichzeitig erleichtert diese Offenheit den Betreibern bestehender Kernkraftwerke, die notwendigen Fachkräfte für deren sicheren und möglichst langen Betrieb zu gewinnen.

Die Aufhebung des Technologieverbots bedeutet nicht, dass unmittelbar neue Kernkraftwerke gebaut werden. Für den VSE bleibt entscheidend: Der rasche Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion – insbesondere im Winterhalbjahr – hat weiterhin Priorität.

Der Nationalrat wird die Initiative am 8. und 9. Juni heiss diskutieren. Je nach Entscheid wird sich der Ständerat am 10. Juni auch nochmals darüber beugen. 


 

Politische Feder

Kommentare und Einschätzungen zu energiepolitischen Themen.

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