«Als ich meine ersten Schnupperlehren bestritt, war Strom noch überhaupt kein Thema für mich», erzählt Linda Popp. Vielmehr seien damals noch die Klassiker wie Fachangestellte Gesundheit oder Medizinische Praxisassistentin im Vordergrund gestanden. «Nachdem ich entsprechende Schnupperlehren absolviert hatte, wusste ich aber, dass ich das sicher nicht die nächsten drei bis vier Jahre machen wollte.» Kurze Zeit später hätten sie in der Schule dann das Thema Strom behandelt. «Das hat mich von Anfang an fasziniert. Strom ist nicht greifbar, aber doch so kraftvoll. Da wurde mir klar, dass ich alles darüber erfahren will.»
Die Ausbildung zur Netzelektrikerin stand zuerst allerdings nicht im Fokus, weil die 16-Jährige aus Räuchlisberg gar nicht wusste, dass dieser Beruf überhaupt existiert. Daher absolvierte sie zuerst eine Schnupperlehre als Elektroinstallateurin. «Das war aber nicht, was ich suchte. Es war mir alles ein bisschen zu fein und zu empfindlich.» Ein Nachbar, der bei der EKT arbeitet, empfahl Linda Popp schliesslich, eine Schnupperlehre als Netzelektrikerin. «Das war toll. Da gibt es was anzupacken, und nach der Arbeit sieht man ein Ergebnis.»
Der Wunsch, nach der Ausbildung und Arbeit mit Mittelspannung auch die Niederspannung besser kennenzulernen, führte Netzelektrikerin Aline Fitze nur einen Monat vor Linda Popp zur REA. Die 21-Jährige aus Bischofszell interessiert sich seit Kindesbeinen für alles, was mit Strom zu tun hat: «Mein Vater hat mein Interesse dafür geweckt. Wir haben immer mit Elektrobaukästen gespielt und auch sonst viel mit Elektronik gebastelt.» Aber auch Aline Fitze ist eher zufällig auf die Ausbildung zur Netzelektrikerin gestossen: «Dieser Beruf wurde mir in der Berufsberatung nie vorgeschlagen. Er war aber der Erste, der mir auch nach dem Schnuppern noch gefallen hat.» Gefallen hat Aline Fitze vor allem die Vielseitigkeit, und dass man sich dabei viel an der frischen Luft aufhält.