Wenn Parmisse Jacot-Descombes über ihren Werdegang berichtet, beeindruckt sowohl ihr fundiertes Wissen im technischen Bereich als auch die Tatsache, dass sie letztlich offenbar eine Frau wie jede andere ist. Wie sie selbst betont, gibt es in der Schweiz ein kulturelles Problem. Obwohl allen klar ist, dass Frauen und Männer gleichgestellt sind, staunt trotzdem ein grosser Teil der Bevölkerung (Frauen wie Männer) über Frauen, die als Ingenieurinnen, Physikerinnen oder Maurerinnen arbeiten. Jacot-Descombes findet, dass es an der Zeit ist, Berufe nicht mehr unter geschlechtsspezifischen Aspekten zu betrachten.
Parmisse Jacot-Descombes wuchs im Iran auf, wo sie einen Abschluss in Physik machte. Ihr Vater war Bauingenieur, ihre Mutter Yogalehrerin. Beide haben sie dazu ermutigt, ihren Beruf nach ihren Affinitäten zu wählen, und das hat sie auch während ihrer gesamten Karriere getan.
Anfangs zögerte sie lange, welchen Weg sie einschlagen sollte, da sie sich für viele verschiedene Fächer begeisterte. Nach dem Studium der Materialwissenschaften interessierte sie sich für erneuerbare Energien und erlangte in diesem Bereich an der Universität Nantes einen Masterabschluss. Im Zuge ihres Studiums lernt sie die Schweiz kennen: Sie bewirbt sich für einen Praktikumsplatz bei Soltis (Frankreich) und landet in Lausanne, wo sie als Projektassistentin im Solarpark von Romande Energie und der EPFL arbeitet.
Die Branche sagt ihr zu, und sie beschliesst, sich mit einem Master in Projektmanagement weiterzubilden. Daraufhin vertieft sie ihr Wissen im Vertragswesen: öffentliche Ausschreibungen, Erstellung von Verträgen, Baustellenmanagement usw. Als Masterarbeit führt sie bei Sunergic in Vevey ein ERP-System für die Unternehmensführung ein. Sie bleibt in diesem Unternehmen und nutzt die Gelegenheit, um ihr Know-how in Sachen Photovoltaikprojekte aufzubauen.